Journalisten philosophieren über den Journalismus. Zu Zeiten des Web 2.0 wird das immer beliebter. Und mit der Krise im Nacken auch immer wichtiger. Denn wir brauchen Lösungen zur Finanzierung von Zeitschriften, Zeitungen, Web-Portalen und anderen Informationsplattformen, die für die demokratische Meinungsbildung unerlässlich sind. Nur wenn die Finanzierung unabhängig von Regierung und Parteien gesichert ist, können wir Qualitätsjournalismus erwarten. Dazu wurden in letzter Zeit mehrere interessante Artikel geschrieben:
This Is Broken: From Game Stories to, Well, Everything
Geschrieben von Jason Fry (@jasoncfry): Warum ist Wikipedia erfolgreicher als jede Nachrichtenseite? Weil jede Neuigkeit dort sofort in einem Zusammenhang zum ganzen Thema gestellt wird. So könnte man Jasons Artikel kurz zusammenfassen. Er macht es am Beispiel der Gesundheitsdebatte, die zurzeit in den USA geführt wird, fest: Am Anfang eines Artikels erfahren wir die wichtige News, und danach werden uns verschiedene ältere Informationsschnipsel zugeworfen, die der Orientierung dienen sollen. Doch wer die Debatte verfolgt hat, steigt hier seiner Meinung nach aus dem Text aus, da er die Informationen bereits kennt. Für andere reichten sie nicht aus, um sie in einen großen Zusammenhang zu bringen. Das mache Wikipedia besser.
Google und die Medien – ein paar Gedanken und Thesen
Geschrieben von Bjoern Sievers (@bjoern): Bjoern denkt im Vorfeld einer Podiumsdiskussion über den Nutzen, aber auch die Gefahren von Google nach. Einerseits sieht er den Suchmaschinenprimus als Segen für Journalisten, weit über seine Funktion als reine Suchmaschine hinaus. Für den typischen Internetnutzer erleichtert Google seiner Meinung nach ebenfalls den Alltag ungemein. Doch andererseits weist er auch auf die Quasi-Monopolstellung des Konzerns im Online-Werbemarkt hin. So überlegen viele Verlage, allen voran Rupert Murdochs News Corp., wie sie unabhängiger werden können, denn am liebsten würden sie verstärkt auf Paid-Content-Angebote setzen. Für viele kleinere Web-Portale hält Bjoern Google aber für eine gute Chance, sich einen Platz in einer Nische zu erkämpfen.
Mainzer Mediendisput: Preis und Wert des Journalismus
Entlassungen und Lohnkürzungen überall: WAZ, Gruner + Jahr, FAZ etc. Thomas Schimmeck appelliert in seiner Eröffnungsrede des Mainzer Mediendisput 2009 an die Verlage, auf Qualität in ihren Medien zu achten. Wenn die Verlagsbetreiber, Holtzbrinck, die Mohn-Familie, Hubert Burda und Co., immer noch auf den Milliardärs-Listen von Forbes auftauchten, könne es ihnen nicht so schlecht gehen, dass sie tausende Journalisten hinauswerfen müssten. Doch bei der derzeitigen Mentalität, immer mehr für immer mehr Kunden in immer weniger Zeit zu produzieren, verkommen Tugenden wie Recherche, Nachdenken und Nachhaken seiner Meinung nach zum Luxus.













Die Spielezukunft: 85 Prozent der Haushalte haben eine Konsole im Wohnzimmer stehen, brandneue Vollpreistitel gehen für 10 Euro über den Ladentisch und sogar die sechsjährige Marie ist schon fleißig am zocken. Ihr Reiterhof floriert, den Pferden geht es gut. Sie pflegt und striegelt sie so liebevoll, als wären es echte. Als sie mit dem Schimmel ausreiten will, poppt ein Fenster auf: „Diese Inhalte machen eine zusätzliche Aktivierung erforderlich. In unserem Shop können Sie sie für 3,99 Euro aktivieren und herunterladen.“ Marie bestätigt. Ein Ladebalken erscheint, der sich schnell füllt. 20 Sekunden später sitzt sie auf dem weißen Ross und trabt Richtung Sonnenuntergang.
Die Wirtschaftskrise fordert immer mehr Opfer. Jetzt ist auch ein deutsches Spiele-Unternehmen betroffen: der Gütersloher Entwickler und Publisher Ascaron hat Insolvenz angemeldet. Wer ist sonst noch aus der Gamesbranche betroffen?










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