Als einer von ungefähr zehn deutschen Journalisten war ich von Mittwoch auf Donnerstag nach London eingeladen, in die europäische Zentrale von Disney. Wir durften dort zum ersten Mal einen Blick auf das neue Spiel von Warren Spector und seinem Junction-Point-Studio werfen: Micky Epic für Nintendo Wii.

Wie immer bei solchen Events ging es reichlich früh los. Kurz vor 7.00 Uhr stand ich schon am Bahnhof in Bielefeld und wartete auf den Zug nach Düsseldorf. Das Erschreckende an Trips nach England ist immer, dass die Fahrt zum Flughafen länger dauert als der Flug selbst. Ärgerlich, aber unvermeidbar, wenn man in einer Stadt wohnt, die Gerüchten zufolge gar nicht existiert.

Im Flugzeug lernte ich schon den ersten Kollegen vom Wii-Magazin aus dem LiveEmotion Verlag kennen. Schon während des Wartens aufs Boarding fiel er mir am Gate auf, und ich wusste sofort: Der muss Games-Journalist sein. Irgendwie irre, wie man so etwas auf den ersten Blick erkennt…

In London Gatwick wurden wir von der netten PR-Frau von Disney abgeholt. Die anschließende Taxifahrt ins Hotel, genau im Zentrum von London zwischen all den alten Bankgebäuden, hat auch länger gedauert als der Flug. Verdammt. Sämtliche Hoffnungen, noch etwas von der Stadt zu sehen, verflüchtigten sich allmählich. Wenigstens hab ich die London Bridge gesehen. Aus dem Fenster. Aus einigen hundert Metern Entfernung.

Im Hotel angekommen, haben wir uns mit den deutschen Kollegen zusammengetan und sind uns erst mal Stärken gegangen. Gegen 17.00 Uhr brachten uns dann zwei Busse ins Studio. Dort hatte ich kurz die Gelegenheit, mit Warren Spector zu sprechen und ein Bild zu machen.

ich-warren

Warren Spector und ich

Hier kommen jetzt noch ein paar Aufnahmen von der Pressekonferenz und der anschließenden Party:

PK-warten

Etwa 100 Journalisten aus ganz Europa warten auf den Beginn der Pressekonferenz

spector

Spector spricht rund 30 Minuten vor der Fachpresse. Hätte gerne etwas länger sein dürfen

christoph

Kollege Christoph Kraus von Computec ist stolz auf seine Zeichenkunst

babes

Ein paar hübsche Bunnies, ähm, Mäuse dürfen natürlich nicht fehlen

Der Bielefelder Bürgersender Kanal 21 hat kurz vor der Kommunalwahl Gespräche aus unserem Politiker-Speed-Dating ausgestrahlt. Eine Auswahl findet ihr hier:

Wer noch mehr Interviews verfolgen möchte, kann sie sich im YouTube-Channel von Kanal 21 ansehen.

Wir haben es geschafft! Das erste Politiker-Speed-Dating Bielefelds ist erfolgreich über die Bühne gebracht. Am Donnerstag, den 6. August, hatten Nela Müller, Mark Heywinkel und ich insgesamt 14 Politiker und über 20 Wähler in die Fachhochschule des Mittelstands geladen, um im Schnellverfahren politische Themen zu diskutieren. Drei Minuten Zeit hatten die Politiker, um ihre Gegenüber von ihren Wahlprogrammen zu überzeugen. Die Wähler durften dabei jede Frage stellen. Tabuthemen gab es keine.

Für uns war es ein spannender und anstrengender, aber auch sehr schöner Abend. Von allen Teilnehmern und unseren Dozenten haben wir sehr positives Feedback bekommen. Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung hat die NW-Redakteurin Karin Boczek geschrieben, die selbst mitgemacht und Politiker mit ihren Fragen gelöchert hat.

politdate0

DSC_0162

Nela, Mark und ich mit den OB-Kandidaten

politdate2

Pit Clausen (SPD) im Gespräch mit einer Wählerin.

politdate3

Bernd Landgraf (CDU) im Gespräch mit einer NW-Redakteurin, die sich inkognito unter die Wähler gemischt hat.

DSC_0147

Wir geben die Sieger in den Kategorien „Sympathischster Politiker“, „Glaubwürdigster Politiker“ und „Überzeugendste politische Inhalte“ bekannt.

download_grafik-iiDie Spielezukunft: 85 Prozent der Haushalte haben eine Konsole im Wohnzimmer stehen, brandneue Vollpreistitel gehen für 10 Euro über den Ladentisch und sogar die sechsjährige Marie ist schon fleißig am zocken. Ihr Reiterhof floriert, den Pferden geht es gut. Sie pflegt und striegelt sie so liebevoll, als wären es echte. Als sie mit dem Schimmel ausreiten will, poppt ein Fenster auf: „Diese Inhalte machen eine zusätzliche Aktivierung erforderlich. In unserem Shop können Sie sie für 3,99 Euro aktivieren und herunterladen.“ Marie bestätigt. Ein Ladebalken erscheint, der sich schnell füllt. 20 Sekunden später sitzt sie auf dem weißen Ross und trabt Richtung Sonnenuntergang.

In den nächsten Tagen kauft Marie noch mehr neue Pferde. Außerdem Zaumzeug, Pferdedecken, einen größeren Stall, das Update „Reiterhof Deluxe“ mit zwei neuen Gebieten zum Ausreiten, ein Foto-Feature, um Bilder machen und speichern zu können und neue Reitklamotten für ihre Spielfigur. Ihre Eltern freuen sich, dass sie so viel Spaß mit dem Spiel hat. Bis am Ende des Monats die Rechnung ins Haus flattert.

Nebenan wohnt Tom. Der 18-Jährige ist leidenschaftlicher Online-Gamer, am liebsten spielt er Actiontitel. Seit die Entwickler aber jeden Monat ein Update herausbringen, ärgert er sich mehr über sein Hobby, als dass er es genießt. Natürlich freut er sich über die neuen Waffen und neuen Maps. Aber nicht nur, dass er dafür jedes Mal bezahlen muss. Die letzte Erweiterung hat die ganze Festplatte seiner Konsole durcheinander gebracht. Spielstände sind verschwunden, bereits bezahlte Addons funktionierten nicht mehr. Auf Nachfragen per E-Mail reagierte niemand. Deshalb konnte er zwei Wochen lang nicht online spielen – bis die Entwickler den Fehler behoben hatten.

Maries Eltern sitzen inzwischen zusammen mit ihrer Tochter vor der Daddelkiste. Eine richtig luxuriöse Pferdezucht hat sich die Kleine da mittlerweile zusammengebastelt und ihre Eltern staunen nicht schlecht, als sie sehen, was in dem Spiel alles möglich ist. Am Anfang waren da viel weniger Pferde, erzählt Marie ihnen, und der Stall war auch noch viel kleiner. Ihre Eltern studieren den Reiterhof ganz genau. Langsam dämmert ihnen, warum das Spiel im Laden so günstig war. Sie wollen nicht wahrhaben, dass so etwas überhaupt berechtigt ist verkauft zu werden: an dem Spiel ist gar nichts dran. Es liefert nur ein wackeliges Grundgerüst, das darauf ausgelegt ist, übers Internet erweitert zu werden. Gegen Geld, versteht sich. Im Prinzip stand da ein völlig unfertiges Spiel im Regal.

Sie fahren zum Händler, bei dem sie das Spiel gekauft haben und konfrontieren ihn mit ihrer Erkenntnis. Achselzuckend entgegnet er: „Tut mir leid, aber so ist das nun mal heute. Die großen Firmen haben gemerkt, dass sich so mehr Geld verdienen lässt. Daran kann ich nichts ändern.“ Zurückgeben wollen Maries Eltern das Spiel auch nicht mehr. Sie wenden sich enttäuscht von dem Verkäufer ab und fahren nach Hause. Dort angekommen, kappen sie als erstes die Internetverbindung zur Konsole.

Tom lädt sich gerade ein neues Update für seinen Lieblings-Shooter herunter. Er braucht es. Weil die anderen es auch haben. Und wenn er es nicht hat, können sie nicht mehr zusammen spielen. Weil ihm die neuen Dateien fehlen und er nicht die aktuelle Version installiert hat. Würde er nur alleine spielen, wäre das kein Problem. Aber im Internet ist es eins. Er tröstet sich damit, dass es so wenigstens nie langweilig wird. Das sei das Gute an diesen Zusatzinhalten, meint er. Und eigentlich könne er ja selbst entscheiden, ob er sie kauft oder nicht. Eigentlich.

Um auf die Überschrift zurückzukommen: Download-Content halte ich durchaus für eine viel versprechende Möglichkeit für Entwickler und Publisher, einen Titel lange interessant zu halten. Spiele könnten sogar im Grundpreis günstiger werden. Die Konsequenz müsste sein, dass mehr Leute zugreifen. Zu Hause probieren sie das Spiel aus. Gefällt es ihnen, laden sie Zusatzinhalte herunter und verlängern somit die Spieldauer. Sagt es ihnen nicht zu, haben sie wenigstens nicht gleich 60 Euro in den Sand gesetzt.

Aber für den Spieler ergeben sich dadurch auch einige Risiken. Zusätzliche Kostüme hier und neue Level dort führen schnell dazu, dass er mehr Geld ausgibt, als es bisher üblich war. Umfangreiche Download-Pakete schlagen schon heute mit bis zu 10 Euro zu Buche – auf Dauer ist das kein Schnäppchenpreis. Spielefirmen werden durch die Möglichkeiten der Patches und Updates regelrecht dazu verleitet, ihre Titel unfertig in den Handel zu bringen. „Ob fertig oder nicht, egal, Hauptsache wir sind rechtzeitig draußen. Nachbessern können wir immer noch!“ Was früher ein Beta-Test war, ist heute die erste Verkaufsphase. Teilweise verursachen die herunterladbaren Inhalte dann sogar schwerwiegende Probleme (zum Beispiel The Pitt zu Fallout 3). Diese Entwicklung ist schade. Darum stehe ich auch dem Download-Content skeptisch gegenüber.

Wie seht ihr das? Ist Download-Content eurer Meinung nach eine gute Chance oder doch eher Abzocke?

ascaronDie Wirtschaftskrise fordert immer mehr Opfer. Jetzt ist auch ein deutsches Spiele-Unternehmen betroffen: der Gütersloher Entwickler und Publisher Ascaron hat Insolvenz angemeldet. Wer ist sonst noch aus der Gamesbranche betroffen?

  • Microsoft hat schon im Januar angekündigt, insgesamt 5.000 Mitarbeiter zu entlassen.
  • Sony schloss seit seiner Gründung 1958 erst zweimal ein Geschäftsjahr mit einem Verlust ab – das letzte brachte ein Minus von ca. 800 Millionen Dollar.
  • Bis Ende März hat Electronic Arts 1.000 Stellen gestrichen, um rund 120 Millionen Dollar einzusparen.
  • Am schlimmsten hat es wohl THQ getroffen. Drastische Verluste führten dazu, dass einem Viertel der Angestellten gekündigt wurde.
  • Sega machte im letzten Geschäftsjahr rund 235 Millionen Dollar Miese, Konsequenz: 560 Mitarbeiter müssen ihren Hut nehmen.
  • Im Februar hat Midway Insolvenz angemeldet.
  • Am Dienstag, den 14. April, meldet Ascaron Insolvenz an.

Insolvenz heißt ja noch nicht, dass der Publisher schließen muss. Im Gegenteil, durch das Verfahren können Unternehmen auch gerettet werden. Es werden Geldgeber gesucht, um Ascaron aus dem finanziellen Engpass herauszuhelfen. Mit Sacred 2 für Konsolen und dem Nachfolger für PC befinden sich auch noch einige viel versprechende Spiele in der Entwicklung.

Trotzdem ist davon auszugehen, dass wir die Spitze des Eisbergs noch lange nicht erreicht haben. In diesem Jahr werden wir noch viele schlechte Nachrichten zu lesen bekommen, die mit Studio-Schließungen, Entlassungen, Einsparungen und wirtschaftlichen Problemen zu tun haben.

Hier sind die IVW-Auflagen der IVW-gelisteten Spiele-Zeitschriften. Sämtliche Magazine haben deutlich an Auflage verloren.zeitschriften

IVW-Zahlen Magazine, geordnet nach Verkauf (in Klammern der Vergleich zum Vorjahresquartal)

  1. Computer Bild Spiele 284.076 (-15 Prozent)
  2. Game Star 152.671 (-18,5 Prozent)
  3. PC Games 123.210 (-14,7 Prozent)
  4. PC Games Hardware 65.635 (-21,8 Prozent)
  5. Games Aktuell 39.913 (4. Quartal/08, ist erst seit 2008 in der IVW)
  6. PC Action 38.477 (-28,1 Prozent)
  7. GamePro 37.142(-13,2 Prozent)
  8. Bravo Screenfun 11.616 (-60,9 Prozent)

Ich sehe das Print-Problem in den immer besser werdenden Online-Angeboten. Teilweise kannibalisieren sich die Verlage (gezwungenermaßen) ja sogar selbst.

Ebenfalls interessant sind die IVW-Zahlen der Online-Magazine.

Benny Kieckhäben ist auf dem Weg zum Friseur gewesen. Für DSDS hat er seine Ausbildung geschmissen. Aber wer lässt so einen Vogel Hand an seine Haare legen? Der sollte selbst mal den Friseur wechseln.

Da ist mir der weibliche Paul-Potts-Verschnitt aus England doch lieber: Susan Boyle überrascht mit ihrer Darbietung nur ein Jahr nach dem heutigen Opernstar Potts schon wieder die Jury. Sie gilt wohl bereits als Geheimfavoritin auf den Titel in Britain’s got Talent. Auch ihr würde eine neue Frisur gut tun. Leider kann man das Video nicht einbetten, deshalb hier der Link: www.youtube.com/watch?v=nox2DRCAKxk&feature=related

31

Passt vielleicht nicht ganz in die Osterzeit, aber vor ein paar Tagen hat Konami den neuen Kriegs-Shooter Six Days in Fallujah angekündigt. Der Titel soll sechs Tage in der Schlacht um Fallujah im Irak-Krieg nachstellen. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht, die ihr in diesem Artikel nachlesen könnt.

Dann würde ich gerne zur Diskussion einladen: Was ist eure Meinung zu Six Days in Fallujah? Darf man schon wenige Jahre nach den wahren Ereignissen ein Spiel dazu herausbringen? Wie könnten Kriegsspiele es schaffen, zum Nachdenken anzuregen?

will-wrightDer Sims-Erfinder Will Wright verlässt Electronic Arts und Maxis, um eine Denkfabrik für Entertainment-Konzepte mit dem Namen Stupid Fun Club zu gründen. Die dabei entstehenden Ideen sollen sowohl für Videopiele als auch für Spielzeuge, das Internet sowie Film und Fernsehen benutzt werden können. Der Stupid Fun Club entwickelt also keine eigenen Spiele, sondern liefert Impulse für neue oder bereits laufende Projekte.

Ganz unabhängig ist Will Wright aber nicht von EA. Dem Publisher gehören 50 Prozent am Stupid Fun Club, die andere Hälfte nennt Wright sein Eigen. Zudem hält EA die Rechte an den Spielkonzepten von SFC, weshalb sie Produkte entwickeln dürfen, die auf den Ideen des neuen Unternehmens und des Kreativkopfes Wright basieren.

Der Sims-Erfinder zu seinen Beweggründen, eine Denkfabrik zu gründen: „Die Unterhaltungsindustrie bewegt sich rapide in Richtung einer Ära der revolutionären Veränderung. Stupid Fun Club wird neue Möglichkeiten erforschen, die aus diesem Chaos entstehen, und neue Unterhaltungsformen auf einer Vielzahl von Plattformen erschaffen. In meinen zwölf Jahren bei EA hatte ich das Vergnügen, gemeinsam mit einigen der intelligentesten und talentiertesten Spieledesignern der Industrie zu arbeiten. Und ich freue mich darauf, in naher Zukunft wieder mit ihnen kooperieren zu können.“

Aber womit könnte dieser Schritt wirklich zusammenhängen? Ist ihm die Arbeit bei EA zu langweilig geworden?

First-Person-Shooter erfreuen sich bei über 45-Jährigen einer hohen Beliebtheit. Das hat das Forschungsinstitut DFC Intelligence in einer Studie mit 1,2 Millionen Teilnehmern herausgefunden. Demnach hatten 236.080 der Beteiligten einen oder mehrere FPS auf ihrem PC installiert, 25 Prozent davon waren über 45. In der Studie betrachtet wurden Personen, die bei GameShadow registriert sind und die Software benutzen.

fps